Das Gefühl, dem Privileg zu existieren nicht gerecht zu
werden tritt mit voller Kraft von innen gegen meine Schädeldecke. Traurig,
unzufrieden und ohne Motivation, quäle ich mich aus dem Bett, obwohl ich viel
lieber für immer dort liegen bleiben würde. Mein allgemeiner Hass auf vieles
und vor allem auf VIELE, färbt inzwischen auf mein eigenes Selbstbild ab. Ich
fühle mich krank. Angesteckt von all den Menschen, mit ihren Masken und Lügen,
den falschen Freunden und falschen Freundlichkeiten. Die Masse zieht mich mit
sich, da hin, wo ich niemals sein wollte. Und ich bin, wie ich niemals sein
wollte. Veränderung wäre schön, doch Veränderung ist anstrengend und die Kraft
ist zu oft einfach nicht da. Oder die Probleme werden hübsch geredet, ist ja
vermutlich eh nur eine Phase. Was, wenn nicht. Wenn wir uns immer mehr
verstricken in unserem Plastik Alltag, in dem niemand mehr an andere denkt. Das
Wort ‚Freunde‘ wird aus dem Duden entfernt und wir finden uns alle selbst so
geil, dass Beziehungen überflüssig geworden sind. Die Liebe stirbt aus. Die
Fähigkeit andere und sich selbst zu lieben, existiert dann nicht mehr. Die
Menschheit hat es geschafft, sich selbst zu Grunde zu richten. Und alles
beginnt mit Leuten, die uns krank machen...
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